Wohnungsmangel birgt sozialen Sprengstoff

Die Nürnberger Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger und der Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Wohnungs- und Städtebaupolitik, Andreas Lotte, sprachen bei einem Treffen mit dem Geschäftsführer der wbg Nürnberg, Herrn Frank Thyroff, über die aktuellen Anforderungen an die Wohnungspolitik in Bayern.

  • von  Helga Schmitt-Bussinger
    06.08.2015
  • Beiträge [Partei]

„Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für sozial Schwache und Flüchtlinge wird in den nächsten Jahren Thema Nr. 1 in Bayern sein“, so Helga Schmitt-Bussinger. Der Geschäftsführer der wbg Nürnberg, Frank Thyroff pflichtet ihr bei: „Wir müssen dringend Lösungen finden, denn das Thema birgt sozialen Sprengstoff, den v.a. die Politik entschärfen muss!“ 

 

In Bayern fehlen nach seinen Schätzungen rund 20.000 einkommensorientiert geförderte Wohnungen (EOF geförderte Wohnungen). Erschwerend kommt hinzu, dass solche Wohnungen in Quartieren verteilt werden sollten und idealerweise ein Quartiersmanager, insb. für die Betreuung von Flüchtlingen zur Verfügung stehen müsste.

 

Aber auch der demografische Wandel stelle den Wohnungsmarkt vor große Herausforderungen. Ein barrierefreier Umbau von älteren Wohnungen mache eine Umlage auf die Mieten notwendig. „Wenn hierfür staatliche Förderprogramme für den barrierefreien Umbau von Wohnungen, z.B. mit Aufzügen zur Verfügung stünden, könnten wir die Umlage noch mehr abfedern, als wir es jetzt schon tun“, so Thyroff.

 

Wegen des knapper werdenden Wohnraums für Einkommensschwache und die eingeschränkten Möglichkeiten des Neubaus sei eine Verlängerung der Belegungsbindung von öffentlich geförderten Wohnungen durch staatliche Förderprogramme dringend geboten. Schmitt-Bussinger: „Ziel muss sein: Der Erhalt bestehender ‚Sozialwohnungen‘“.

 

„Was wir jetzt brauchen ist ein bundesweites Symposium für den Wohnungsbau für sozial Schwache und Flüchtlinge. Mit Kleinklein kommen wir hier nicht weiter. Die neugegründete AG Wohnen der SPD-Fraktion im Landtag wird sich diesem Gedanken annehmen“, verspricht MdL Andreas Lotte.

 

Einig sind sich Thyroff und Schmitt-Bussinger auch darin, dass Nürnberg mehr Studenten braucht. Für die Entwicklung Nürnbergs und die Wirtschaftskraft sei dies unerlässlich. Schmitt-Bussinger versprach als Mitglied im Hochschulausschuss des Landtages, in diese Richtung weiter tätig zu sein.

 

Die wbg Nürnberg besitzt rund 18.000 der 280.000 Wohnungen in Nürnberg. Sie setzt eigene Sozialarbeiter ein, um Menschen in sozialen Notlagen frühzeitig Hilfen anzubieten und sie nicht dem Sog von immer größer werdenden Schulden zu überlassen. Eine Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat unterstützt dies. Die Abgeordneten lobten die mustergültige Arbeit der wbg Nürnberg, die sich beispielsweise im Quartier am Nordostbahnhof zeigt. Mit ihrer Tochter wbg Kommunal ist die wbg GmbH Nürnberg auch Bauträger für die Stadt für Kitas und Schulen.