Wasserentnahme in Großweingarten soll laut dem Umweltministerium möglich sein: CSU-Staatsregierung wischt Bedenken der Bürger vom Tisch

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und Betreuungsabgeordnete für den Landkreis Roth, Helga Schmitt-Bussinger, ärgert sich über die Stellungnahme des Bayerischen Umweltministeriums, die eine Probebohrung zur Wassererschließung im Gereutgraben für zulässig, ja notwendig erklärt und die Argumente der Bürger für nicht nachvollziehbar hält. Dies, obschon der Umweltausschuss des Landtags eine Wasserentnahme einstimmig abgelehnt hatte.

  • von  Helga Schmitt-Bussinger
    07.08.2015
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Übergabe der Petition an Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger im Jahr 2013 durch Ludwig Schmittlein.

Schmitt-Bussinger: „Lange haben die Bürger von Großweingarten gekämpft, dass es zu keiner Grundwasserentnahme im Gereutgraben kommt. Einstimmig hatte dann auch der Umweltausschuss des Landtags nach Prüfung aller Fakten beschlossen, dass der Petition, die eine solche Wasserentnahme verbieten will, stattgegeben wird. Nun erfahren wir von der endgültigen Entscheidung des Umweltministeriums, die dies als nichtakzeptable ‚Behinderung der öffentlichen Wasserversorgung‘ sieht.“

 

Über Jahre hatten Landwirte und Bürger gegen eine Wasserentnahme am Gereutgraben durch die Reckenberggruppe gekämpft. Sie befürchten vielfältige negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Durch die Wasserentnahme drohe eine Absenkung des Grundwassers, was die Lebensgrundlage der Landwirte dort zerstören würde. 

 

Wenn die begründete Angst um die Existenz der Landwirte für das Umweltministerium kein triftiges Argument ist, dem Beschluss des Ausschusses zu folgen, dann bin ich wirklich sprachlos. Es scheint eher, als stünden hier wirtschaftliche Begehrlichkeiten der Reckenberggruppe an erster Stelle; und die Staatsregierung fördert diese“, glaubt Schmitt-Bussinger. 

 

Nach Expertenangaben fördert die Reckenberggruppe schon jetzt deutlich mehr Wasser, als sie für die Versorgung des Verbandsgebietes benötigt. Die Vermutung: Ziel einer Wasserentnahme am Gereutgraben ist der finanziell lohnende Export des Wassers ins trockene Westmittelfranken.

 

Nach dem Schreiben des Umweltministeriums an die Regierung von Mittelfranken, wandte sich Landtagsabgeordnete Schmitt-Bussinger in einem Brief nun direkt an die Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU). Das Schreiben des Umweltministeriums, so die Abgeordnete, trete den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger mit Füßen. 

 

„Ich verlange, dass dem Votum des Bayerischen Landtags Rechnung getragen wird. Noch dazu, wenn sie einstimmig gefällt wurden. Ansonsten möchte ich mitgeteilt haben, weshalb die fachlich untermauerten Argumente der Petenten, die 18 Abgeordnete des Bayerischen Landtags im Umweltausschuss überzeugt haben, für sie nicht überzeugend sind.“