Schutz archäologischer Fundstücke muss besser werden
Helga Schmitt-Bussinger, stellvertretende Vorsitzende der Bayerischen SPD-Landtagsfraktion, fordert ein Verbot der Sondengängerei in Bayern und setzt sich außerdem für den Verbleib archäologischer Fundstücke in der Region ein.

Im Bild (v.l.n.r.): Anette Lederhos, Inge Aures MdL, Reinhold Strobl MdL, Anette Pappler, Kreisheimtapfleger Werner Somplatzki, Helga Schmitt-Bussinger MdL und Bürgermeister Manfred Schuster.
Bei dem spektakulären Fall im März 2014 wurden in Trommetsheim, auch dank der Mithilfe des Kreisheimatpflegers von Weißenburg-Gunzenhausen, Werner Somplatzki, vier niederländische Raubgräber mit einem PKW voll wertvoller Fundstücke aus allen möglichen Zeitaltern dingfest gemacht.
Auf einer „Denkmaltour“ durch Mittelfranken der drei Denkmalexperten der SPD-Landtagsfraktion, Helga Schmitt-Bussinger, Inge Aures und Reinhold Strobl, bekommt der „Fall Trommetsheim“ somit noch einmal eine erhöhte Beachtung. „Am Beispiel Trommetsheim wird deutlich, dass archäologische Funde in Bayern besser geschützt werden müssen. Im Freistaat muss es endlich klare Vorgaben für Funde und Grabungen geben“, so Helga Schmitt-Bussinger.
Die SPD-Landtagsfraktion strebt an, dass bedeutende Funde in öffentlichen Besitz übergehen sollen, denn sie sollen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden und die Erforschung ihrer historischen Bedeutung ist von Allgemeininteresse. Das ist aber nur der notwendige juristische Schritt. Aufgrund der, wegen Personalmangels, permanenten Überlastung in den zuständigen Ämtern kommt es beispielsweise bei Datierungsarbeiten oft zu jahrelangen Bearbeitungszeiten. Und Fundstücke werden teils weit entfernt vom Fundort eingelagert. Der Landtagsabgeordneten Schmitt-Bussinger ist vor allem der regionale Verbleib und eine verbesserte Zusammenarbeit mit den betreffenden Ämtern wichtig: „Es kann nicht sein, dass Funde aus einer archäologisch so bedeutsamen Region in irgendwelchen Schubladen in München verschwinden. Sie gehören hierher.“
Wie am Beispiel des „Falls Trommetsheim“ ersichtlich, sind Raubgrabungen ein nicht zu unterschätzendes Problem. Vor allem das sogenannte „Sondeln“, also das Suchen mit Metalldetektoren, bürgt erhebliche Gefahren, da hierbei viele Fundstücke in dubiose Taschen wandern. Das Prozedere wird dadurch unterstützt, dass die Sondengänger auch noch bestens über den sogenannten Bayern-Viewer im Internet zu den verheißungsvollen Orten gelotst werden. So schließt sich Helga Schmitt-Bussinger der Meinung Werner Somplatzkis an und unterstützt ein Verbot des Sondengehens abseits wissenschaftlicher Arbeit sowie eine eventuelle Einschränkung des öffentlichen Zugangs zum Bayern-Viewers. So kann ein besserer Schutz von archäologischen Funden gewährleitet werden.
Im Rahmen einer „Denkmaltour“ durch Mittelfranken erkundigten sich Helga Schmitt-Bussinger, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Bayern und Ausschussmitglied für Wissenschaft und Kunst, Inge Aures, Vizepräsidentin des bayerischen Landtags und Expertin im Bereich Denkmalpflege sowie Reinhold Strobl, Mitglied im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags und des bayerischen Landesdenkmalrats nach der Schutzbedürftigkeit von archäologischen Funden speziell in Mittelfranken. Durch die Lage nahe des Limes und der Altmühl ist gerade der Raum zwischen Weißenburg und Gunzenhausen ein Sammelbecken historischer Zeugnisse aus allen Epochen.








