Altersarmut steigt auch in Nürnberg

SPD wirft Union Planlosigkeit vor

  • von  Thorsten Brehm
    25.08.2017
  • Beiträge [Partei], Stadtrat Nürnberg, Thorsten Brehm

Mit Unverständnis reagiert Thorsten Brehm, Vorsitzender der SPD Nürnberg, auf die Weigerungshaltung der Union, vor der Bundestagswahl ein Rentenkonzept vorzulegen. „Das Thema brennt vielen Menschen unter den Nägeln. Sie möchten Antworten auf ihre existenziellen Fragen. Die Union hat aber keinen Plan“, kritisiert der Sozialdemokrat. „Schieflagen werden zunehmend auch in Nürnberg sichtbar und Altersarmut zu einem immer größeren Problem.“

Die Zahl der Empfänger der Grundsicherung im Alter steigt seit Jahren an. Waren in Nürnberg 2010 noch rund 5.000 der über 65-Jährigen von staatlichen Grundsicherungsleistungen abhängig, sind es heute schon knapp 6.700.

„Wir brauchen in Berlin ein politisches Gegensteuern. Mit der Solidarrente wollen wir deshalb dafür sorgen, dass jeder nach einem langen Berufsleben eine Rente deutlich über der Grundsicherung erhält. Es kann nicht angehen, dass Menschen Jahrzehnte lang gearbeitet und Kinder erzogen haben, dann aber im Alter das Geld zum Leben nicht reicht“, meint Brehm.

Darüber hinaus fordert die SPD eine Rentenreform, die das System insgesamt zukunftsfest macht und den Lebensstandard im Ruhestand sichert. Geht es nach den Sozialdemokraten, wird das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent rutschen. Zudem soll verhindert werden, dass der Beitragssatz nicht über 22 Prozent steigt und die Beitragszahler überfordert werden. „Das sind unsere beiden sozialdemokratischen Haltelinien“, unterstreicht der SPDChef. „Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters wird es mit uns ebenfalls nicht geben. Dafür werden wir die Erwerbsminderungsrente noch weiter verbessern – für alle, bei denen die Gesundheit nicht mehr mitmacht.“