Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion zur „Zukunft der Rente“ im Karl-Bröger-Zentrum
Auf Einladung der Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Burkert und Gabriela Heinrich trafen sich Donnerstagabend Vertreter-Innen verschiedener Verbände zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Zukunft der Rente: solidarisch – gerecht – verlässlich?!“. MitbürgerInnen aller Altersgruppen beteiligten sich rege am Austausch über Realitäten, Hoffnungen und Forderungen an die aktuelle und zukünftige Gestaltung der Rentenpolitik.

Gabriela Heinrich, MdB unterstrich in ihrer Begrüßung die generationenübergreifende Bedeutung der gesetzlichen Rente und legte den Tenor der Veranstaltung mit der Forderung nach einer armutsfesten gesetzlichen Rente bei bezahlbaren Beiträgen fest.
Bernd Rützel, MdB stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der SPD-Bundestagsfraktion, stellte als Hauptreferent die entscheidenden Fragen des Abends: Wie geht es weiter in der Rente? Welche Maßnahmen kann die Politik ergreifen, um das Rentenniveau an die Lebenswirklichkeit von Rentnern anzupassen und deren Lebensleistung in der Arbeitswelt dadurch angemessen zu würdigen? Wie kann die Rente angesichts des Demografiewandels auch für künftige Generationen abgesichert werden?
Er verwies darauf, dass Antworten auf diese Fragen keinesfalls neu erfunden werden müssten, sondern seit langem vorliegen. Rützel erläuterte das von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles vorgelegte Gesamtkonzept Rente als ersten Schritt in die richtige Richtung. Das Konzept sieht eine doppelte Haltelinie vor, mit der das Rentenniveau bis 2045 auf 46 Prozent gehalten werden soll. Der Beitragssatz soll in dieser Zeit nicht über 25 Prozent steigen.
Das 2014 beschlossene Rentenpaket beinhaltet darüber hinaus zentrale Forderungen der SPD-Bundestagsfraktion, wie die Rente für besonders langjährige Versicherte (Rente ab 63), die Mütterrente, eine verbesserte Erwerbsminderungsrente sowie mehr Geld für Reha-Leistungen.
Rützel begreift diese Maßnahmen als gute Ausgangslage, plädiert aber für weitere Schritte in Richtung eines Rentenniveaus von mindestens 50 Prozent. Um dies zu erreichen, müsse der aktuelle Rentenbeitrag von 18,7 Prozent langfristig auf einen Wert von 25 Prozent angehoben werden. Darüber hinaus solle der Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung erweitert werden, beispielsweise auf Selbständige. Die Politik müsse noch mehr Augenmerk auf den Abbau prekärer Beschäftigungsverhältnisse legen. Kritisch sieht er Modelle privater Rentenvorsorge, die zwar sinnvolle Ergänzung, aber niemals Ersatz der gesetzlichen Rentenversicherung sein können.
Diese Forderungen legten den Grundstein der Podiumsdiskussion, an der Werner Barge vom Stadtseniorenrat Nürnberg, Jessica Marcus vom Kreisjugendring Nürnberg-Stadt und Günther Schweiger, Bezirksgeschäftsführer des VdK Mittelfranken teilnahmen. Herr Barge führte das Rentenmodell Österreichs als positives Beispiel an, verwies dabei aber auf die deutlich höheren Rentenbeiträge im Nachbarland und plädierte für eine Erhöhung der Beiträge hierzulande. Frau Marcus stellte die Sicht der Jugend in den Vordergrund: Rente ginge alle Generationen an; schon heute machten sich viele junge Menschen Sorgen über die Absicherung im Alter. Der stetige Anstieg des Renteneintrittsalters beschäftige viele und nicht wenigen fehle der „Durchblick“ im Rentensystem bzw. die Mittel, privat für das Alter vorzusorgen. Herr Schweiger zeigte sich als Verfechter für die gesetzliche Rente und brachte die Grundforderung aller Teilnehmer auf einen Nenner: „Wer sein Leben lang arbeitet, muss davon auch leben können!“ Die zahlreichen Gäste vertieften im Anschluss verschiedene dieser Aspekte in einer kritisch-konstruktiven Debatte.
Martin Burkert unterstrich abschließend, dass die soziale Gerechtigkeitsfrage auch und gerade mit einer guten und sicheren Rente steht und fällt.








