Gelder für Kulturschaffende erreichen diese nicht

  • von  Helga Schmitt-Bussinger
    04.08.2016
  • Beiträge [Partei], Bayerischer Landtag, Helga Schmitt-Bussinger

Die Nürnberger Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger kritisiert die zu hohen Hürden bei der Vergabe der Gelder des Kulturfonds und den Ausschluss Nürnbergs aus der Förderung. Unterstützung bekommt sie vom Regierungspräsidenten von Mittelfranken:

Mittelfranken ist Schlusslicht bei der Kulturförderung über den Kulturfonds des Freistaats Bayern. Von der in den letzten zehn Jahren verteilten Gesamtsumme bekommt bspw. Schwaben rd. 12 Millionen Euro und Mittelfranken nur rd. 6 Millionen Euro. Ein Großteil der Gelder fließt in Großprojekte: „Rund zwei Drittel werden für Bau- und Sanierungsmaßnahmen bewilligt und kommen den kreativen Projekten vor Ort und den Künstlerinnen und Künstlern nicht zu Gute“ kritisiert Schmitt-Bussinger

Die Abgeordnete hat sich aufgrund der nicht zufriedenstellenden Förderpraxis mit einem Schreiben an die Regierung von Mittelfranken gewandt. In seiner Antwort hat Regierungspräsident Dr. Bauer zum einen die bisherigen Anstrengungen bei der Verbreitung von Informationen über den Kulturfonds dargestellt. Zum anderen kritisiert er aber auch die Mindesthöhe der Projektkosten (Bagatellgrenze) von 10.000 Euro und den Ausschluss der Stadt Nürnberg von der Förderung.

U.a. genau diese Punkte hat die SPD im Bayerischen Landtag jüngst in einem Antrag gefordert. Abgelehnt wurde er vor zwei Wochen von der CSU-Mehrheit im Landtag. Schmitt-Bussinger: „Man sieht dadurch, wie weit die CSU von den Erfordernissen vor Ort entfernt ist. Die Staatsregierung nutzt den Kulturfonds-Topf lieber, um ihren Sanierungsstau bei Bauwerken zu beheben, als die Kulturschaffenden zu unterstützen.“

Die Mittel können u.a. für Maßnahmen im Bereich Theater, Museen, Zeitgenössische Kunst, Musikpflege, Laienmusik, Heimatpflege, Internationaler Ideenaustausch und sonstige kulturelle Veranstaltungen und Projekte des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege verwendet werden.