Alleinreisende Flüchtlingsfrauen schützen!

Die Nürnberger Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger beriet in einem Fachgespräch mit Vertreterinnen des Internationalen Frauencafés Nürnberg über die Verbesserungsmöglichkeiten der Situation alleinreisender Flüchtlingsfrauen.

  • von  Helga Schmitt-Bussinger
    29.09.2015
  • Beiträge [Partei], Bayerischer Landtag

Die hohe Zahl an Flüchtlingen, die in den letzten Monaten nach Deutschland kamen, umfasst auch viele alleinreisende Frauen, oft mit Kind. „Dass wir deren Zahl nicht kennen, ist keine gute Grundlage, um ihnen besonderen Schutz zukommen zu lassen. Das muss sich ändern. Zukünftig muss dieses Merkmal bei der Registrierung der Flüchtlinge mit aufgenommen werden“, fordert Helga Schmitt-Bussinger, die hierzu einen Antrag stellen wird. Bei der Religionszugehörigkeit ist dies recht detailliert der Fall, da durch getrennte Unterbringung von verschiedenen Religionsgruppen Konflikte verhindert werden können. „Eine solche Sensibilität wünschte ich mir auch in Sachen alleinreisender Frauen.“

 

Elisabeth Schwemmer vom Internationalen Frauencafé Nürnberg: „Frauen sind in Aufnahmeeinrichtungen immer wieder Belästigungen von Männern ausgesetzt. Das reicht von anzüglichen Blicken bis zur Aufforderung zum Sex, aber auch Beschimpfungen wegen ‚falscher‘ Kleidung oder Nicht-Einhaltung religiöser Regeln gibt es desöfteren.“ 

 

Aufgrunddessen fordert ihre Kollegin, Frau Maya: „Wir brauchen dringend - auch in den provisorischsten Erstaufnahmeeinrichtungen - abgetrennte Bereiche für Frauen, die zumindest etwas Privatsphäre ermöglichen. Auch muss unterbunden werden können, dass Sanitäreinrichtungen für Frauen auch von Männern genutzt werden.“

 

Schmitt-Bussinger versprach, diese Forderung aufzunehmen. Ganz zentral sei die Öffnung von Wohneinrichtungen nur für alleinreisende Frauen. „Es muss überall in Bayern die Möglichkeit geben, alleinreisende Flüchtlingsfrauen ggf. mit ihrem Kind oder ihren Kindern rasch in für sie reservierte Wohneinrichtungen unterzubringen. Insbesondere wenn ihnen bereits Gewalt angetan wurde.“

 

Weiter wurde in dem Gespräch deutlich, dass auch die Flüchtlingsfrauen sensibilisiert und evtl. mit Infoblättern informiert werden müssten, an welche Ansprechpartnerinnen sie sich bei Bedrohung wenden können.

 

Die Abgeordnete lobte das langjährige Engagement des Internationalen Frauencafés, das u.a. Frauen im Asylverfahren begleitet und weitere Angebote wie Deutschkurse oder Ausflüge für Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder bereithält. Die hohe Qualität der Beratung und das Vertrauen in die Mitarbeiterinnen spricht sich herum, so die Abgeordnete, denn nicht umsonst kämen Frauen aus ganz Nordbayern nach Nürnberg, um sich bei Frauencafé beraten zu lassen und Hilfe zu suchen.