Expertenzentrum Energiewende für Nürnberg: Nichts als leere Ankündigungen

Die Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger, Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst, kritisiert den Rückzieher von Wirtschaftsministerin Aigner beim angekündigten „Expertenzentrum Energiewende Nürnberg“ scharf.

  • von  Helga Schmitt-Bussinger
    10.07.2015
  • Beiträge [Partei], Bayerischer Landtag

„Noch im Februar diesen Jahres kündigte Staatsministerin Aigner ihr geplantes ‘Expertenzentrum‘ als wichtigen Beitrag zum Erfolg der Energiewende in Bayern an. Kein halbes Jahr später ist davon nichts mehr übrig! Dabei zeigt sich gerade Nürnberg als Standort mit idealen Voraussetzungen zur Vernetzung von Forschung und Wirtschaft“, mahnt Schmitt-Bussinger an, „im Wirtschaftsministerium versucht man nun das Projekt im Sand verlaufen zu lassen, wirklich beschäftigt hat man sich damit wohl erst auf meine erneute Nachfrage“

 

Die Staatsregierung sieht nach eigenen Angaben keinen Bedarf an weiteren Strukturen, dies geht nun aus einer aktuellen Anfrage der Abgeordneten hervor: „Staatsministerin Aigner selbst brachte Nürnberg aufgrund der guten Voraussetzungen ins Spiel. Warum jetzt nicht Nägel mit Köpfen gemacht werden, kann ich nicht verstehen! Mit der Schaffung eines solchen Zentrums würde man auch gleichzeitig dem starken Stellenabbau entgegenwirken und die Region so stärken. Seltsamerweise war die Realisierung eines vergleichbaren Digitalisierungszentrums in München, ganz ohne Strukturprobleme, kein Problem. Das belegt für mich wieder: Bayern ist eine Zweiklassengesellschaft!

 

Neben dem Siemens-Campus in Erlangen als „Global Player“ findet sich im Großraum mit dem Energiecampus Nürnberg, dem Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg, dem Nuremberg Campus of Technology und den örtlichen Hochschulen eine Vielzahl an Forschungseinrichtungen, die einen großen Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Bayern leisten. „Nur wenn wir diese vorbildliche Forschung auch für alle Bürgerinnen und Bürger nutzbar machen, geht es in Bayern endlich voran. Deswegen ist eine Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft unabdingbar!“

 

Die Verantwortlichen in der Bayerischen Staatskanzlei spielen weiter auf Zeit: „Wenn es in Bayern nicht bald vorwärts geht, sehe ich für die Zukunft schwarz. Dass man jetzt durch leere Ankündigungen auch noch unseren Forscherinnen und Forschern vor den Kopf stößt, ist mehr als dreist!“